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2018-07-02 08:00
Erfolgsgeschichte

„Auf den Stand einer Neumaschine gebracht“ – Spindeldoctor überarbeitet DMU 50 eVo bei Traditionsunternehmen


Montag, 02. Juli 2018 08:00 Uhr


Paul Rauschert Steinbach GmbH

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Zur Tätigkeit als Spindeldoctor zählen nicht nur die vermeintlichen akuten und eiligen Fälle, sondern auch geplante Reparaturen bzw. Verbesserungen an Maschinen. Immer wieder gelingt uns in diesem Kontext, die Werte einer Neumaschine zu erreichen und teilweise sogar zu verbessern.

Wohlgemerkt: wir sprechen in diesem Kontext keineswegs nur von einer Reparatur oder Aufbereitung der  Spindel. Im Auftrag unserer Kunden widmen wir uns der kompletten Maschine inklusive der Maschinengeometrie und liefern so ein ganzheitliches Ergebnis. Wir wissen, dass eine Spindel nicht isoliert betrachtet werden darf, sondern stets auch das Zusammenspiel mit anderen Komponenten beachtet werden muss.

In unserem Unternehmen kümmert sich Eduard Krieger um alle Dienstleistungen rund um die Produkte aus dem Hause Deckel Maho bzw. DMG und stellt dabei fest, dass die meisten Kunden nicht nur mit der Spindel, sondern auch mit den übrigen Teilen der Maschine Probleme haben. Nach einer Lebensdauer von zehn und mehr Jahren stellt sich die durchaus berechtigte Frage nach Kosten und Nutzen einer Reparatur oder eventuell dem Kauf einer neuen Maschine.

Herr Krieger hat hierzu eine klare Haltung und meint: „Eine Reparatur lohnt sich auch bei älteren Maschinen. Wir vom Spindeldoctor finden immer eine Lösung und erzielen durch gezielte Eingriffe in die Spindel oder auch die Linearführungen und viele andere Bereiche oftmals Ergebnisse, die im Bereich eines neuen Maschine liegen.

Aus diesem Grund bieten wir unseren Kunden mittlerweile gerne Pakete an, bei denen nicht nur die Spindel, sondern auch die Führungen der x-, y- und z.Achse als Linearführungen ausgetauscht werden, sondern auch der NC-Schwenkrundtisch instandgesetzt und abgedichtet wird. Hinzu kommt das KGT (Kugelgewindetrieb), bei der es sich um eine Gewindestange mit Mutter handelt, die mit dem Spindelstock verbunden ist und auch das Tastenfeld der Maschinen wird von uns erneuert.

Wir nennen es FULL SERVICE und bieten somit sämtliche Dienstleistungen rund um die Maschinen der DMG aus einer Hand.

Die Vorteile liegen unter anderem darin, dass keinerlei Transport- oder Logistikkosten entstehen, sondern die Maschine an ihrem Platz und beim Kunden bleibt. Des Weiteren werden ohne Mehrkosten technische Verbesserungen aus der BLACK LABEL Series umgesetzt.

Eine weitere Besonderheit besteht darin, dass wir viele der Maschinen, die wir für Kunden überarbeiten, selber besitzen und damit tagtäglich arbeiten. Unsere Erfahrung von mehr als 20 Jahren wird somit auch intern weitergegeben oder – um es salopp zu formulieren – wir sind stets in Übung.

Ein gutes Beispiel hierfür liefert unser Einsatz für die Paul Rauschert Steinbach GmbH. Das Traditionsunternehmen mit mehr als 100-jähriger Geschichte hatte die Überholung einer DMU 50 Evo bei uns in Auftrag gegeben und zeigte sich von unserer Arbeit begeistert. Herr Neubauer, Leiter der Abteilung Werkzeugbau, war zu einem kurzen Interview bereit und berichtet über seine Erfahrungen. Zuvor liegt uns am Herzen, unseren Kunden kurz vorzustellen, da es sich hier um ein bemerkenswertes Unternehmen handelt. Ebenso bemerkenswert war die Art und Weise, wie der Kontakt zustandekam.

Tradition seit 1898

Die wenigsten heutigen Unternehmen können sich auf Wurzeln im 19. Jahrhundert berufen. Im Fall der Paul Rauschert Steinbach GmbH war es der Namensgeber Paul Rauschert sen. der 1898 eine Fabrik zur Herstellung von Elektroporzellan ins Leben rief. Damaliger Firmenstandort war das thüringische Hüttengrund. Das Unternehmen wurde bereits in den ersten Jahrzehnten deutlich ausgebaut und der heutige Standort in Steinbach am Wald kam 1914 hinzu. Parallel hierzu erweiterte sich auch die Produktpalette, doch muss nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs neu aufgebaut werden. Schon 1967 zählt Rauschert wieder 600 Beschäftigte. In den 1980er und 90er Jahren folgt die internationale Expansion, die auch im beginnenden 21. Jahrhundert fortgesetzt wird. Aktuell verfügt Rauschert über elf Fertigung- und neun Vertriebsstandorten.

Angeboten werden vor allem Produkte aus dem Bereich technischer Keramik sowie Kunststoffspritzgusstechnik, die vor allem im Automobilbereich eingesetzt wird. Das dritte Standbein des Unternehmens sind Zündkomponenten, die unter anderem in Pellet- aber auch Gas- und Ölheizungen eingesetzt werden.

DMU 50 eVo seit 2001 im Einsatz

Im Rahmen der Arbeit der  Paul Rauschert Steinbach GmbH kommen naturgemäß eine Reihe von Fräsmaschinen und Bearbeitungszentren zum Einsatz. Bei der DMU 50 eVo handelte es sich um eine 2001 in Betrieb genommene Maschine, bei deren Inbetriebnahme Herr Neubauer persönlich vor Ort war und die damaligen Messprotokolle aufbewahrt hat.

Altersbedingt war es zu einem Verschleiß an der Maschine gekommen und die Werte wurden immer schlechter. Wohlgemerkt: es handelte sich nicht um einen Totalausfall, sondern um eine geplante Wartung bzw. Erneuerung. Auf die Frage, weshalb nicht direkt Kontakt zum Hersteller gesucht wurde, wurde darauf verwiesen, dass es nicht um den Erwerb einer kostspieligen Tauschspindel, sondern gezielt um die Instandsetzung der vorhandenen Spindel ging und das kann der Spindeldoctor sicherlich besser. Eduard Krieger vom Spindeldoctor weist in diesem Zusammenhang auch darauf hin, dass die Ersatzteilpreise moderat ausfallen und gegenüber dem Hersteller um 30 bis 50 Prozent niedriger liegen. Die technischen Verbesserungen der Black Label Series sind hier noch nicht einmal eingepreist, weil es sich um Inklusivleistungen des Spindeldoctors handelt.

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„Die kennen sich mit der Materie aus“

Gefunden wurde unser Service über eine Internetrecherche. Vorausgegangen war die Bitte der Versicherung um schadensbegrenzende Angebote, die wir bereitwillig unterbreiten konnten. Zunächst herrschte beim Auftraggeber ein wenig Skepsis, die dazu führte, dass unser Angebot erst einmal zwei Wochen unbeantwortet blieb. Der Kunde wusste schlichtweg nicht, wie umfangreich unsere Leistungen ausfallen, was auch damit zu tun hat, dass die meisten anderen Anbieter „nur“ Spindeln reparieren oder gar nur mit teuren Ersatzteilen aufwarten. Im Gespräch mit Wolfgang Heinisch wurden anfängliche Zweifel schnell genommen. Die erste Erkenntnis: „Die kennen sich mit der Materie“ aus, was auch damit zu tun hatte, dass  eine Menge Fragen im Vorfeld beantwortet wurden. Auch einigten wir uns schnell darauf, dass die gesamte Maschine mit ihren nunmehr 20 Jahren auf den neuesten Stand gebracht werden sollte und nicht nur die reine Spindel.

bis aufs Tausendstel genau so, zum Teil sogar ein zwei Tausendstel besser.

Im Rahmen der Reparaturen wurde sowohl die Spindel überarbeitet als auch die Führungen an der x-, y- und z-Achse getauscht. Des Weiteren stellten wir fest, dass das KGT einen enormen Abrieb aufwies und haben auch dieses Teil gründlich überarbeitet. Herr Neubauer zeigt sich „äußerst zufrieden“ mit der Arbeit des Spindeldoctors und verweist auf die Messprotokolle. Demnach sehen die Genauigkeitswerte sehr gut aus und sind auf dem „Stand einer Neumaschine“. Herr Neubauer meint hierzu, dass die jetzt erzielten Werte „bis aufs Tausendstel genau so, zum Teil sogar ein zwei Tausendstel besser.“ ausfallen, was uns natürlich sehr freut. Zudem ist uns gelungen, sowohl innerhalb des vereinbarten Zeitfensters als auch innerhalb der Qualität zu arbeiten bzw. diese noch zu übertreffen.

„Die Leistung war überzeugend“

Alles in allem zieht der Kunde Paul Rauschert Steinbach GmbH ein positives Fazit der Zusammenarbeit mit dem Spindeldoctor und kann sich gut vorstellen, wieder unsere Dienste in Anspruch zu nehmen. Ein Vorteil, den der Spindeldoctor in diesem Kontext bietet, ist die Unabhängigkeit von den Herstellern. Entsprechend sind wir gerne auch bereit, die vorhandenen Maschinen von Alzmetall, Röders und Deckel instand zu setzen.

Der Kunde war während der kompletten Reparatur an der Maschine anwesend und hat den Vorteil maximaler Transparenz genossen. Zudem wurde auch der Fachmonteur in die Arbeit einbezogen, sodass jeder Schritt nachvollziehbar wurde.

Eduard Krieger vom Spindeldoctor macht hierzu eine kurze Rechnung auf und weist darauf hin, dass auf Seiten des Kunden ein Materialaufwand in Höhe von ca. 37.000 Euro zuzüglich des Arbeitslohnes entsteht. Der Zustand entspricht dem einer neuen Maschine, deren Wiederbeschaffung jedoch eine Investition in Höhe von rund 300.000 Euro erfordert hätte.  Das nennen wir einen „guten Schnitt“. Im Kontext der Reparatur konnten wir uns zudem noch von unserer kulanten Seite zeigen. Im Rahmen der Arbeit stellte sich heraus, dass die Spindel nicht nur – wie angegeben – einen Lagerschaden, sondern auch einen Wicklungsschaden aufwies. Da dieser Schaden nicht in der Kürze der Zeit zu beheben gewesen wäre, haben wir dem Kunden zur Einhaltung der Termintreue kurzerhand eine Tauschsspindel geliefert. Ohne jeden Mehrpreis, versteht sich.

Erbringen kann der Spindeldoctor solche Höchstleistungen weil unsere Mitarbeiter – wie Herr Krieger – seit mehr als 20 Jahren auf DMG bzw. Deckel Maho spezialisiert sind und die Maschinen wie aus dem „EffEff“ beherrschen.