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Fettverteilungslauf

Die richtige Inbetriebnahme bei fettgeschmierten Lagerungen bestimmt maßgeblich die Lebens- und Gebrauchsdauer und die Leistung der Spindellager. Durch einen optimalen Fettverteilungslauf werden eine Optimierung des Drehzahlkennwertes, eine Reduzierung der Betriebstemperatur im Lager, eine lange Gebrauchsdauer und eine hohe Betriebssicherheit erzielt. Während des Fettverteilungslaufs wird das Fett aus der Laufbahn verdrängt und das kontinuierlich abgegebene Grundöl kann zwischen Kugeln und Laufbahnen den zur Schmierung erforderlichen trennenden Ölfilm aufbauen.

Der Fettverteilungslauf unterteilt sich in Kurzintervalle und den Dauerlauf. Zuerst werden verschiedene Drehzahlen für 1/2 – 1 min angefahren und darauf erfolg ca. 2 min Stillstand. Dies wird etwa 5-mal pro gewählter Drehzahl durchgeführt. Während des Stillstandes erfolgt ein Temperaturausgleich im Lager, welches schädliche Vorspannungserhöhungen innerhalb des Lagers verhindert. Drehzahlintervalle
können 0,33 nmax, 0,66 nmax und 1 nmax oder 0,5 nmax, 0,75 nmax und 1 nmax sein. Diese werden vom Spindelhersteller bzw. vom Spindellagerhersteller vorgegeben. Ein weiterer wichtiger Aspekt des Fettverteilungslaufs stellt die kontinuierliche Überwachung der Lagertemperatur und der Lagergeräusche dar, sodass bei extremer Geräuschentwicklung oder einer Gehäusetemperatur über 60°C der Fettverteilungslauf unterbrochen werden kann. Der Fettverteilungslauf wird sowohl von der Viskosität als auch der Menge des zu verwendenden Fettes beeinflusst. Die Wahl des Fettes hängt von der Betriebsdrehzahl und dem Lagerteilkreisdurchmesser ab:

n = Betriebsdrehzahl des Lagers [rpm]

D = Außendurchmesser des Lagers [mm]

d = Bohrungsdurchmesser des Lagers [mm]

Für die Standardfette werden die n * dm – Werte in Tabellen angegeben und erleichtern somit die Wahl des optimalen Fettes zur Schmierung der Spindellager. Fßr Hauptspindeln mit Öl-Luft Schmierung ist ein Fettverteilungslauf nicht notwendig. Jedoch sollte bei der Inbetriebnahme der Maschine darauf geachtet werden, dass durch die Leitungslänge zwischen Schmieraggregat und Hauptspindel eine Totzeit entstehen kann, bevor der Schmierstoff an der Lagerung anliegt. Es empfiehlt sich daher das Schmieraggregat eine Zeit vor dem Einschalten der Hauptspindel laufen zu lassen.